Hamburger Abendblatt

Reise zu unserem Essen – warum?

14. März 2013

Zu jedem Frühstück gehört Kaffee. Frisch aufgebrüht, heiß und duftend muss er sein, mit Milch und Zucker, je nach Geschmack. Weiteres morgendliches Grundnahrungsmittel: Brot oder Brötchen. Darauf schmieren wir vorzugsweise Butter, dazu Marmelade oder Nutella. Andere mögen es lieber herzhaft mit Käse oder Wurst. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich einen typischen Frühstückstisch vorzustellen.


Deutlich mehr Fantasie brauchen wir aber, wenn wir wissen wollen, wo unser Essen herkommt. Man hat zwar eine ungefähre Vorstellung davon, dass der Kaffee aus Südamerika stammt. Wir ahnen, dass die Kühe nicht unbedingt auf der saftig-grünen Almwiese grasen, wie es uns die Milchpackung glauben machen will. Fragen werden aber nur gestellt, wenn wir vor unserem Essen Angst bekommen. Wenn Rinder wahnsinnig werden, wenn Geflügel von Grippe befallen wird oder wenn Eier mit Dioxin verseucht sind.
Das Hamburger Abendblatt will es jetzt genau wissen. Wir haben rund 40 Produkte eingekauft. In den kommenden sechs bis acht Wochen werden an den Herkunftsort jedes dieser Produkte reisen. Wir werden aufschreiben, wie es dort aussieht, wo unsere Lebensmittel herkommen. Wir werden recherchieren, unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Und wir werden herausfinden, wie viele Kilometer jedes Produkt zurücklegt, bevor es bei uns auf dem Tisch landet.

Einkauf
Ein Selbstläufer ist das Ganze nicht. Schließlich ist in Deutschland lediglich vorgeschrieben, dass bei unverarbeitetem Rindfleisch die Herkunft angegeben muss. Laxer geht es schon bei Schwein und Geflügel zu. Bei Eiern erfährt man durch einen gestempelten Zifferncode auf der Schale, woher die Ware kommt. Bei den allermeisten Obst- und Gemüsesorten muss nur das Herkunftsland angegeben werden.
Bei allen verarbeiteten Produkten haben die Hersteller das Recht, über die Herkunft der einzelnen Zutaten zu schweigen – und das tun sie zum Teil auch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann darum gehen, den guten Ruf nicht zu verlieren – oder darum, der Konkurrenz keinen Einblick die Herstellung zu geben.
Wir werden einzelne Berichte über unsere Recherchen in loser Folge in der Zeitung veröffentlichen. Am Ende werden ist ein mehrseitiges Dossier geplant, in dem Reportagen von den Herkunftsorten aller von uns gekaufter Lebensmittel veröffentlicht werden. Bis dahin berichten wir in diesem Blog so oft wie möglich über die einzelnen Schritte und Ergebnisse unserer Recherche.

Eine Reaktion zu “Reise zu unserem Essen – warum?”

  1. Paul Klausenam 23. März 2013 um 11:29 Uhr

    Glückwunsch zu dieser Idee…

    Spannende Sache, drücke den beiden Reportern die Daumen, an die Informationen heranzukommen, die eben nicht auf der Verpackung stehen.

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