Hamburger Abendblatt

Ecuador führt Lebensmittel-Ampel ein

19. November 2013

Ecuador wird die sogenannte Lebensmittel-Ampel einführen. Von Mai kommenden Jahres an müsse auf allen Lebensmittel-Packungen der Gehalt an Zucker, Fett und Kalorien angegeben werden, sagte Gesundheitsministerin Carina Vance. Je nach Gesundheitsrisiko wird das Produkt mit grün, gelb oder rot bewertet. Der Hinweis soll demnach 15 Prozent der Verpackung einnehmen.

Sechs von zehn erwachsenen Ecuadorianern sind übergewichtig. Zudem ist Diabetes die häufigste Todesursache in dem südamerikanischen Land: Jedes Jahr sterben in dem 16-Millionen-Land nach Angaben der Regierung 4400 Menschen an der Krankheit. Abhilfe schaffen sollen nun die Warnhinweise durch die Lebensmittel-Ampel: „Wir haben errechnet, dass 80 Prozent der aktuell verkauften Lebensmittel-Produkte ein rotes Etikett erhalten werden“, sagte Vance. Mit der Kennzeichnung könnten Verbraucher „auf einfache Weise ihre Produkte wählen“.

Die Lebensmittel-Industrie hat sechs Monate Zeit, die Regelung umzusetzen. Der Branchenverband ANFAB kündigte an, die Wirtschaft werde die neuen Vorgaben umsetzen – obwohl sie die Regelung kritisch sehe. „Auch wenn es ein rotes Etikett gibt, wird der Verbraucher seine Ernährungsgewohnheiten wahrscheinlich nicht ändern“, sagte ANFAB-Chef Christian Wahli. Ecuadors linksgerichteter Präsident Rafael Correa hatte zuvor einen „schrecklichen Druck“ der Lebensmittel-Industrie beklagt. (afp)

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