Hamburger Abendblatt

Allgemein

Süße Verführung

16. Mai 2013

Produkt: Zucker. Herkunft: Uelzen. Entfernung: 95 Kilometer.

Bis zu 18 Stunden am Tag. Viel Schlaf bekommt Hans Hinrich Schulz in diesen Tagen nicht. Der Landwirt sitzt die meiste Zeit auf seinem Traktor. Hinter sich her zieht er eine moderne Drillmaschine. 72.000 Euro teuer war sie. 18 kleinen Reihen hebt sie aus. Alle zwanzig Zentimeter lässt sie eine kleine blaue Pille gut zwei Zentimeter im Boden verschwinden. Schulz sät Samen von Zuckerrüben aus. Das Feld liegt ein paar Kilometer nördlich von Uelzen, einer der wichtigsten Produktionsstätten der Nordzucker AG. Von dort stammt unser Zucker.

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Ganz viel irische Seele

13. Mai 2013

Produkt: Butter. Herkunft: Murroe (Irland). Entfernung: 1695 Kilometer.
Wir laufen über eine saftig grüne Wiese. Leicht abschüssig geht es hinunter. In der Mitte der Niederung liegt ein See. „Wenn erst der Hibiskus blüht, dann sieht es hier traumhaft aus“, schwärmt Andrew Gow. Viel Fanatasie bedarf es nicht, sich das vorzustellen. Die gefällige Landschaft, 55 Hektar groß, verbreitet den Charme eines gepflegten Parks. Bäume, Wiesen, der See und in der Ferne eine verwitterte Steinmauer, die Geschichte erahnen lässt.

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Wie die Löcher in den Käse kommen

6. Mai 2013

Produkt: Emmentaler Käse. Herkunft: Weier im Emmental (Schweiz). Entfernung: 892 Kilometer.

Eine Handbreit vom Rand entfernt: Hansruedi Mumenthaler setzt den Käsebohrer vorsichtig an. Dann treibt er das gebogene Metall mit ein paar kräftigen Drehungen in den Käselaib, gerade so als würde er einen Korkenzieher in einen Weinkorken schrauben. Die Glühlampe an der Decke verbreitet schummriges Licht. In dem Keller der Meierei ist es feucht und kühl. Ein leicht säuerlicher Milchgeruch liegt in der Luft. Den ganzen Beitrag lesen »

Wo der Apfel noch in Ruhe reifen darf

1. Mai 2013

Produkt: Äpfel. Herkunft: Twielenfleth im Alten Land. Entfernung: 46 Kilometer.

Nachmittägliche Ruhe liegt über dem Alten Land. Auf dem Deich flanieren Spaziergänger und genießen einen der ersten Frühlingstage. Hochhausgroße Containerschiffe gleiten die breite Elbe hinauf nach Hamburg. Abendblatt-Fotograf Bertold Fabricius und ich sind mit Susann und Claus-Harry Eckhoff verabredet. Ihr Obsthof liegt – wie so viele hier – direkt an der schmalen Straße, die kilometerlang der Deichlinie folgt. Um zur Lagerhalle zu kommen, müssen wir am Wohnhaus vorbeigehen. Direkt hinter der Halle beginnen dann die Felder.

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Im Reich von Käpt’n Iglo

28. April 2013

Das Produkt: Fischstäbchen. Herkunft: Dutch Harbor/ Alaska. Entfernung: 8073 Km

Denken Sie an den entlegendsten, unwirklichsten Ort, den Sie sich vorstellen können. Ganz weit weg von unserem Leben im Hier und Jetzt, von Deutschland und auch von Postkartenmotiven oder Hochglanzfotos in Urlaubskatalogen. Steigen Sie an diesem Ort dann noch einmal in ein ein kleines Propellerflugzeug und fliegen drei Stunden durch Meer, Eisberge, Ewigkeit, Unendlichkeit. Dann sind Sie da. In Dutch Harbor in der Gemeinde Unalaska auf den Aleuten mitten in der Beringsee. In der Heimat von Käpt’n Iglo, der Heimat des Alaska-Seelachses in unseren Fischstäbchen.

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Wie ein Kaffee-Farmer lebt

26. April 2013

… und warum wir das auch ohne Beteiligung von Röster Darboven sehen konnten

Hier das ganze Video von unserem Besuch bei Kaffee-Farmer Arnaldo Neira in Coyona in den peruanischen Anden. Auf seinem gut fünf Hektar großen Land baut er hauptsächlich Arabica-Kaffeepflanzen an. Mitte der 90er Jahre hat der die Initiative Cepicafe mitgegründet, in der heute rund 6000 Bauern in Nordperu organisiert sind. Vor allem züchten sie die braunen Bohnen, aber auch braunen Zucker, Kakao und Früchte.

Cepicafé beliefert nach Aussagen von Manager José Rojas, den wir in seinem Büro in Piura getroffen haben, regelmäßig auch den Hamburger Kaffeeröster Darboven. Bei unserem Projekt-Einkauf hatten wir deren Fairtrade-Kaffee Café Intención in unseren Wagen gelegt. Darboven lehnte bei meiner Frage nach einem Besuch einer Plantage allerdings per E-Mail ab. „Leider können wir Ihnen bei Ihrem Projekt derzeit keine Unterstützung zusagen“, hieß es nur. Meine Nachfrage, ob denn wenigstens der Besuch der Rösterei in Hamburg möglich sei, blieb komplett unbeantwortet.

Der Besuch bei Cepicafé in Peru ist allein mit Hilfe von Fairtrade Deutschland zu Stande gekommen. Und dank zahlreicher freundlicher Menschen in Peru, die uns bei unserem Anliegen oft ganz unverhofft unterstützt haben.

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1600 Meter über dem Meeresspiegel

25. April 2013

Das Produkt: Kaffee. Herkunft: Coyona/Peru. Entfernung: ca. 10.400 km

In Peru haben Fotograf Marcelo Hernandez und ich uns auf der Suche nach der Heimat des Kaffees gemacht – und wir haben sie nach einer anstrengenden und holprigen Reise gefunden: Sie liegt in Coyona, einem kleinen Dorf in den peruanischen Anden, das noch nicht einmal bei Google Maps zu finden ist. Die Entfernung ist deshalb auch nur geschätzt. Wir haben in Coyona Arnaldo Neira kennengelernt, der hier Kaffee anbaut und durften ihn auf seinen Feldern und in seinem Zuhause besuchen.

Es war ein Tag, der uns nachhaltig beeindruckt hat. Erste Bilder nun hier.

 

Auf dem Weg

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Um fünf Uhr früh sind wir in Piura aufgebrochen, der größten Stadt des peruanischen Nordens. Als es hell wird und wird die asphaltierten Straßen verlassen, ist der Blick schon am Fauße der Anden atemberaubend

 

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Wie zwei Hippies das Eis neu erfanden

24. April 2013

Produkt: Eiscreme. Herkunft Hellendoorn (Niederlande). Entfernung: 346 Kilometer.

EntladezeitenDie an der Pinwand angebrachte Aufforderung an die Lkw-Fahrer ist unmissverständlich. Wer außerhalb der Ladezeiten zwischen 7.30 Uhr und 17 Uhr kommt, muss seinen Laster im sieben Kilometer entfernten Industriegebiet parken. Wer seinen Brummi dennoch auf einer der Straßen rund um die Fabrik abstellt, bekommt von der Polizei einen Strafzettel.

Ich stehe im niederländischen Hellendoorn vor der Fabrik, in der für den europäischen Markt die 24 verschiedenen Eissorten von Ben & Jerry’s produziert werden. Sie liegt nicht – wie so oft bei Unternehmen, die ich in den vergangenen Wochen besucht habe – in einem Gewerbegebiet. Das 2,5 Hektar große Werksgelände passt sich in eine sanfte Flusskehre ein. Gegenüber dem Haupteingang stehen Einfamilienhäuser mit Carports und gepflegten Gärten.

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Auf der Backstraße der Butterkekse

24. April 2013

Produkt: Leibniz-Butterkeks. Herkunft: Barsinghausen. Entfernung: 173 Kilometer.

20130410-AO3A1037Es riecht wie daheim in der Küche zur Weihnachtszeit. Als ich die Halle mit der großen Backstraße betrete, schlägt mir dieser süß-schwere Keksgeruch entgegen. Das Rattern von Rollbändern ist zu hören, ein Zischen, als Dampf durch ein Überdruckventil entweicht. Hier also werden die Leibniz Butterkekse gebacken – die Kekse, die viele Deutsche mit ihrer Kindheit verbinden.

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Bananenrepublik

23. April 2013

Das Produkt: Bananen. Die Herkunft: Sullana/Peru.  Entfernung: 10.501 Kilometer

Eine normale Banane wiegt um die 165 Gramm. Sie in ihrem Urzustand als große Staude von einer Palme  abzuscheiden und wegzutragen, ist allerdings ein Knochenjob. Die Arbeiter legen sich große schwarze Polsterkissen auf die Schultern, auf die sie dann die Stauden wuchten. Nicht, weil das Tragen damit leichter ginge, sondern damit die Bananen keine Dellen bekommen. Die Supermarkt-Kunden in Europa sind schließlich anspruchsvoll.

Bananen_1

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